

End Of Starchild
Mod für Doom II: Hell on Earth (1994) | Kategorie: Total Conversion
Autor: MuleNgine | Kurator:
Modbadger
Mod für Doom II: Hell on Earth (1994) | Kategorie: Total Conversion
Autor: MuleNgine | Kurator:
Modbadger
End Of Starchild ist ein Shooter auf der GZDoom-Engine, der das klassische Fundament in einen stilvollen, düsteren Bullet-Hell verwandelt. Sie erwarten sechs wahnwitzige Level mit lovecraftscher Atmosphäre, dynamischer Schwierigkeitsgrad, ein durchdachtes Lore über Besessenheit und Erinnerung und ein vollwertiges, versteckt eingebautes 8-Bit-JRPG.
Lokalisierungen:

Lokalisierungen:
Der Mod ist in 1 Sprache lokalisiert
(Sie müssen nichts zusätzlich herunterladen, um in diesen Sprachen zu spielen)
End Of Starchild ist ein ambitioniertes eigenständiges Projekt auf einer modifizierten GZDoom-Engine. Als Fortsetzung des Mods Time Tripper ist das Spiel vollständig autark: Für den Start wird weder das originale Doom II noch dessen Ressourcen benötigt. Das Spiel vereint gekonnt einen furiosen Ego-Shooter im Arcade-Stil mit einer tiefgründigen, traumhaften Erkundung der Welt und hinterlässt den Eindruck eines monumentalen, vielschichtigen Werks.
Handlungsansatz und Charaktere
Die Geschichte erzählt von der Verflechtung von Seelen, von Besessenheit und dem Gefängnis der Gedanken. Der Hauptcharakter ist Elph, ein gehörnter, nicht-binärer Dämonenjäger mit violettem Haar, der jeden Morgen in seiner Wohnung in einem immer dichter werdenden Nebel des Vergessens aufwacht. An seiner Seite existieren in dieser Welt:
Moon: seine Freundin und Partnerin, die über eine mächtige kreative Energie verfügt.
Amnesiac: Wächter und Zerstörer von Aufzeichnungen in den Hallen des Geistes.
Tunneler: ein rätselhafter Gremlin-Händler mit knarrender Stimme, der im Austausch gegen eure Ressourcen Checkpoints erschafft.
Gameplay und Kampfmechaniken
Optisch und spielerisch ist das Spiel ein Neon-Bullet-Hell in rasendem Tempo. Gegner (Mitglieder des Akasha-Kults, Dämonen und Magier) füllen die Arenen mit geometrischen Mustern aus rosa und blauen Projektilen, zwischen denen man ständig manövrieren muss.
Neben starken Grundwaffen (eine Schrotflinte mit Raketensprung-Funktion, ein Hyper-Maschinengewehr, eine Railgun, die Gegner durchbohrt) lassen Gegner häufig Einwegausrüstung fallen — Wurfsterne, Feuerbomben, Gravitationsbrunnen oder selbstlenkende Äxte, was zur Improvisation anregt.
Das Entschlossenheits-System ist das örtliche Äquivalent zur Rüstung. Es wird für die Zeitverlangsamung aufgebraucht oder kann an den Händler verkauft werden, um einen Speicherpunkt zu erschaffen. Freies Speichern gibt es im Spiel nicht.
Der Schwierigkeitsgrad passt sich dynamisch direkt während des Kampfes an. Kills und das Einsammeln von Gegenständen erhöhen den Rang (Gegner werden stärker), während erlittener Schaden und verstreichende Zeit ihn senken. Durch das Sammeln von Punkten für Schadensketten kann man um den besten Highscore konkurrieren.
Geheimnisse und Tugenden
Das Spiel ist buchstäblich aus Geheimnissen im Geiste von Yume Nikki gewoben. Nach dem Ausschalten der Gegner verwandeln sich die Levels in Labyrinthe zum Erkunden, in denen man mithilfe eines Luftsprints 4 Arten versteckter Wesenheiten finden kann:
Memory: versteckte Zonen mit fehlerhaften Mini-Bossen, die Fragmente der schmerzhaften Vergangenheit des Helden offenbaren.
Meeting: versteckte Plüschtiere, mit denen man sprechen kann, um Hinweise zu Geheimnissen zu erhalten oder die Gesundheit vollständig wiederherzustellen.
Magnetic: Upgrades für das JRPG-Terminal.
Mirage: Ruheplätze (rote Sofas/Bänke), an denen der Charakter einschläft und in surreale Plattformer-Träume eintaucht.
Ein Spiel im Spiel
Eines der Hauptmerkmale ist SONATA — ein vollwertiges, eingebautes 8-Bit-JRPG im Stil des alten NES, das direkt vom Computer in Elphs Wohnung aus gestartet wird. Es bietet eine völlig andere Spielerfahrung: düsteres Text-Lore und taktische Echtzeitkämpfe auf einem 3x3-Raster (im Geiste von Mega Man Battle Network). Der Tod ist hier endgültig und setzt den Fortschritt zurück, während neue Zonen in SONATA im Zuge des Findens von Geheimnissen im Haupt-3D-Shooter freigeschaltet werden.
Fazit
End Of Starchild ist ein seltenes Beispiel dafür, wie die Grenzen einer alten Engine bis zur Unkenntlichkeit gedehnt werden, wodurch ein klassischer Retro-Shooter in eine melancholische, zutiefst persönliche und stilistisch makellose Parabel verwandelt wird. Das Durchspielen hinterlässt einen langen Nachgeschmack: Hinter der Fassade des Neon-Wahnsinns verbirgt sich eine fesselnde "Brunnen"-Struktur, bei der sich hinter jeder falschen Wand eine neue, noch dunklere Tiefe öffnet. Das Spiel verlangt nicht nur perfekte Reflexe für den Kampf gegen den Akasha-Kult, sondern auch die Bereitschaft, in einen melancholischen, psychedelischen Trip einzutauchen. Dieses kostenlose Indie-Meisterwerk ist die investierte Zeit definitiv wert und beweist, dass Dooms Vermächtnis in der Lage ist, sich in die unerwartetsten und poetischsten Spielformen zu entwickeln.



