Hintergrundbild aus dem Spiel Command & Conquer: Renegade (2002)
Spielelogo von Command & Conquer: Renegade (2002)

Command & Conquer: Renegade wurde 2002 veröffentlicht und hob sich sofort von den vorherigen Spielen der Serie ab. Zuvor wurde Command & Conquer ausschließlich mit klassischen Echtzeit-Strategiespielen mit Draufsicht in Verbindung gebracht, bei denen der Spieler Basen baute und Armeen erschuf. Renegade verlagert jedoch die Aktion auf die Ebene des Soldaten und verwandelt den vertrauten GDI- und Nod-Konflikt in einen First-/Third-Person-Shooter. Dies ist nicht nur ein Genrewechsel — es ist ein Versuch, den Tiberium-Krieg von innen zu zeigen, durch die Augen eines Spezialeinheitenkämpfers.

Das Spiel versucht, den Geist der Serie zu bewahren: vertraute Einheiten, ikonische Gebäude, charakteristische Technologien — all das wurde höchst erkennbar in den 3D-Raum übertragen. Renegade gibt dem Spieler die Möglichkeit, in einen Nod-Obelisken einzutreten, um ein Bruderschaftsgebäude herumzugehen, einen Mammut oder eine Orca am Boden zu sehen und nicht nur aus der Höhe des RTS-Genres. Für Fans war dies ein Ereignis — zum ersten Mal konnten sie sich physisch in einer Welt befinden, die zuvor nur auf strategischen Karten mit Draufsicht existierte.

Der Genrewechsel führte jedoch auch zu Problemen. Die Entwicklung eines 3D-Shooters erforderte einen anderen Ansatz, und Renegade fühlte sich im Vergleich zu seinen RTS-Vorgängern weniger ausgereift an. Die Kampagne war relativ linear, das Schießen war nicht so befriedigend und reaktionsschnell wie bei den besten FPS-Spielen seiner Zeit. Viele Fans erwarteten einen ehrgeizigeren und moderneren Shooter, erhielten aber ein Produkt, das mehr durch seine Atmosphäre als durch Gameplay-Tiefe beeindruckte.

Die Reaktion der Spieler war gemischt. Einige lobten es für seine Einzigartigkeit, Treue zum Command & Conquer-Geist und die Möglichkeit, den Tiberium-Konflikt aus einer neuen Perspektive zu sehen. Andere kritisierten technische Mängel, für ihre Zeit veraltete Grafik und eine unklare Kampagne. Dennoch wurde der Mehrspieler-Modus herzlich aufgenommen: Das Basis-gegen-Basis-System mit Fahrzeug- und Einheitenkauf erwies sich als so erfolgreich, dass sich eine aktive Community darum bildete.

Heutzutage wird Renegade als Experiment in Erinnerung behalten — nicht perfekt, aber einprägsam. Das Spiel bleibt der einzige offizielle Shooter im C&C-Universum, und seine Ideen inspirierten später Fan-Projekte wie Renegade X. Für viele Spieler wurde es zu einem interessanten Ableger der Serie, einem Versuch, die Formel zu erweitern und zu zeigen, was Command & Conquer im Action-Genre sein könnte.

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